Jetzt komme ich!

Hallo, mein Name ist Jannik. Ich bin 19 Jahre alt, komme aus der Nähe von Hamburg (so 20 km südlich), und ich bin der neue Freiwillige, der in Lorenas Fußstapfen treten wird. Also bin ich ja schon …

Denn: seid dem 16.09. bin ich in Costa Rica. Fast hätte das nicht geklappt, da als ich um 7:00 Uhr in Hamburg am Flughafen beim Check-in-Schalter stand, man mir sagte, ich bräuchte eine Art Visum (ETA, kurz für Electronic Travel Authority) auch wenn ich einfach nur am Flughafen umsteige.

Nach einer Gesichtsentgleisung, das Aufkochen des Gemüts auf 180 Grad und einer darauf folgenden Ohnmacht (keine Sorge, die Ohnmacht dient nur zur Dramaturgie des Textes) hieß es also eine ETA beantragen.

Das war nur möglich, weil wir sage und schreibe 4 Stunden vor Abflug schon da waren (und ich wohne nur 1,5h davon entfernt, mit Stau!)

Zum Glück kann man das Visum online beantragen und das ist auch relativ einfach und sogar günstig. Schwuppdiwupp erhielt ich 10 Minuten später eine Bestätigungsmail, dass alles geklärt sei.

Deutsche Behörde could never….

Nachdem ich dann meine Koffer, die beide fast genau 20 Kg wogen (“ Packen kann ich“ dachte ich) aufgegeben hatte, hieß es Abschied nehmen. Ich bin nämlich nicht alleine zum Flughafen gefahren, sondern meine Mutter (die am liebsten 1000-mal mit mir umgedreht wäre) und meine 2 besten Freunde haben mich dorthin.

Während es den dreien sehr schwerfiel mich gehen zu lassen, konnte ich den Abschied leider gar nicht so wahrnehmen. Ich war nämlich viel zu aufgeregt. Bis ich dann durch den Metallscanner musste, standen die drei neben mir hinter der Absperrung. Nachdem ich mein gerönchtes Handgepäck wieder in den Händen hielt, Läutete ein letzter Blick durch die ganze Sicherheitskontrolle das letzte „Lebewohl“ ein.

Kurz darauf ging klein Jannik zu seinem Gate. Als er dann endlich mit der letzten Boardinggruppe am Schalter stand, wurde er glatt wieder herausgewunken.

Ich war nämlich so naiv und dachte es wäre völlig legitim einen Rucksack, eine Umhängetasche (in Größe eines A4 Blattes) und einem länglichen Kopfkissen (worin zugegeben Klamotten waren) mitzunehmen.

OBACHT! Das ist nicht gestattet, passt ja auch nicht in die riesigen Handgepäckfächer im Flugzeug oder untern Sitz … na ja. Mir wurde freundlich erklärt, dass ich meinen Rucksack aufgeben müsse (immerhin musste ich nichts nachzahlen) und dieser bis San José durchgecheckt wird. Also alles umpacken, als letzter ins Flugzeug steigen und ab geht die Post.

In Frankfurt dann das 10 kg schwere Kissen 2 Stockwerke runter, 20 min geradeaus und wieder 2 Stockwerke hoch, unterm Arm, bis zum Gate tragen. Dann ins Flugzeug nach Toronto.

Ein Abendessen in größe eines Kindermenüs (Das muss dann ja auch reichen für acht Stunden. Oder?), den Filmen: Beetlejuice, Beetlejuice Beetlejuice, The last Showgirl, 10 Toilettenpausen und einem Frühstück (so groß wie drei Finger)später, landen in Kanada.

Von da aus durch die lächerlich einfache ETA Kontrolle (Automat scannt den Pass, Automat druckt Zettel mit Haken, Du MUSST den Zettel mitnehmen und gehen. Schon fertig) gönnte ich mir eine unglaublich billigen Starbucks Kaffee und schlenderte durch alle Duty-free-Shops.

Und als endlich mein Gate nach 3 Stunden und 30 Minuten Verspätung öffnete, war es bereits Dunkel, ich müde, weil es so spät war und ich massiv Jetlag hatte.

Der letzte Teil bestand aus einem 5 Stunden Air Canada Flug, wo es so kalt war, als wolle man stolz das Winterwunderland Klischee erfüllen. Immerhin gab es in der Hälfte der Zeit doppelt so viele Getränkerunden wie bei Langstrecke mit Lufthansa. Und das Bordprogramm war auch sehr gut.

Nachdem das abgeschlossen war, habe ich die originale 2-minütige Einreisekontrolle, wo eines der 10 geforderten Dokumente gebraucht wurde, hinter mich gebracht, meine Koffer abgeholt und endlich meinen Gastvater Ronald am Ausgang getroffen.

Mithilfe eines Uber sind wir dann zum Haus meiner Gasteltern gefahren und ich wurde (der Uhrzeit entsprechend) königlich empfangen und herumgeführt. Doch für mich gab es nur noch das Bett. Und so lag ich um 2:00 Ortszeit endlich schlafend in den Federn.

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