
Und hiermit hallo und herzlich willkommen zu meinem ersten Post auf dieser Seite! Für alle die mich noch nicht kennen, folgt nun eine kurze Vorstellung meinerseits:
Mein Name ist Maya, ich bin 19 Jahre alt und komme aus einer kleinen Stadt in der Nähe von Koblenz. Seit Ende August befinde ich mich nun als Freiwillige des CVJM Pfalz für ein Jahr in Costa Rica, um dort in der ACJ Costa Rica, wahrscheinlich eher bekannt unter dem internationalen Namen YMCA, zu arbeiten. Es freut mich sehr, dass ihr zu diesem Blog gefunden habt, denn hier werde ich euch ein bisschen in meinem Leben auf der anderen Seite der Welt mitnehmen.
Nachdem sich nun die erste Aufregung gelegt hat und ich ein wenig Zeit hatte, um mich einzugewöhnen, möchte ich euch die Details zu meinem Leben in Zentralamerika natürlich auch nicht länger vorenthalten…
Meine Ankunft hier in Purral lief tatsächlich sehr unkompliziert und reibungslos ab und der zuvor in Seminaren angekündigte Kulturschock viel doch deutlich geringer aus als gedacht- so dumm es auch klingen mag, aber ich durfte sehr schnell feststellen, dass Costa Rica eben doch zur selben Welt gehört wie Deutschland. Natürlich ist hier Vieles auch anders als zuhause und ich habe mal mehr und mal weniger lange gebraucht, um mich an alles Neue zu gewöhnen. Aber dann habe ich eben 2 Wochen lang kalt geduscht, bis ich festgestellt habe, dass es hier durchaus auch warmes Duschwasser gibt- alles halb so schlimm.

Eine Sache, die ich in Deutschland oft zu hören bekommen habe, als ich erzählt habe, dass es für mich nach Costa Rica geht (wenn ich nicht gefragt wurde, ob Costa Rica zu den Kanaren gehört) war, wie toll es doch ist da zu leben, wo andere Urlaub machen. Und da haben sie vollkommen Recht! Ich bin zwar erst seit einem Monat hier, aber ich liebe Land und Leute jetzt schon sehr und freue mich sehr auf all das, was es für mich noch zu sehen gibt. Allerdings lebe ich hier in einem Ort nahe der Hauptstadt, welche nicht unbedingt der Hotspot für Touristen ist. Diese liegen nämlich etwas weiter außerhalb, weshalb ich diese auch noch nicht besichtigt habe. Denn zum Leben hier gehört schließlich auch die Arbeit, welche unter der Woche den Großteil meiner Zeit einnimmt. Genau deshalb möchte ich euch nun ein wenig von meinem Arbeitsalltag in der ACJ berichten.
Die größte Umstellung für mich war es tatsächlich nach 6 Monaten Entspannung nach dem Abitur in einem fremden Land mit einer Sprache, die ich nur sehr begrenzt beherrsche, auf einmal 40 Stunden zu arbeiten. Da die Arbeit mit den Kindern mir aber unglaublich viel Spaß macht, ist es die Anstrengung und abendliche Erschöpfung auf jeden Fall wert:))
Mein Arbeitstag beginnt hier um 8 Uhr morgens in der Kindertagesstätte „Ana Frank“, welche glücklicherweise nur etwa 5 Gehminuten von mir entfernt ist. Angekommen, geht es für meine Mitfreiwilligen und mich direkt in unsere Gruppen, wo wir stets sehr freudig von den Kindern begrüßt werden. Die Kindertagesstätte gliedert sich in insgesamt 5 Gruppen, die nach Alter gestaffelt sind: die Bebes (Babys) , Maternales (2-4 Jahre), Prescolares (4-5 Jahre), sowie zwei Gruppen der Escolares (6-12 Jahre). Um alles kennenzulernen rotiere ich bis Ende diesen Jahres zwischen allen Gruppen und bekomme dann Anfang Januar eine feste Gruppe zugeteilt, in der ich meine restliche Zeit verbringen werde.
In meinem ersten Monat hier habe ich bei den Bebes gearbeitet, eine Arbeit, die sich insofern grundlegend von der in den anderen Gruppen unterscheidet, da viele Kinder erst wenige Monate alt sind (die Jüngste ist gerade einmal 3 Monate). Daher gehört zu meinen Aufgaben neben dem gemeinsamen Spielen auch das Füttern, Wickeln und die Einschlafbegleitung der Kinder.
Klassischerweise läuft ein Arbeitstag bei den Bebes folgendermaßen ab:
Nach meiner Ankunft wird erstmal frei gespielt, während die restlichen Kinder von ihren Eltern gebracht werden. Gegen 8:30 Uhr startet dann der eigentliche Tag mit einer gemeinsamen Begrüßung und viel Gesang und Tanz, wobei auch die Wochentage sowie das Zählen bis 10 geübt wird.

Anschließend gibt es einen kleinen Snack (Merienda), der üblicherweise aus frischem Obst besteht. Wenn alle Kinder gegessen haben, beginnt das freie Spielen, während die Säuglinge für ihr erstes Schläfchen ins Bett gebracht werden. Gegen 10:15 Uhr geht es dann für die gesamte Gruppe auf den Indoorspielplatz der ACJ, wo sie bis zum Mittagessen gemeinsam mit den älteren Kindern spielen können. Besagtes Mittagessen gibt es hier schon um 11 Uhr und ist tatsächlich auch immer mit sehr viel anschließendem Putzen verbunden. Nach dem Essen werden dann alle Kinder für den Mittagsschlaf ins Bett gebracht, woraufhin auch für mich meine einstündige Mittagspause beginnt.

einer Matratze (unten links) schlafen
Wenn dann um 14 Uhr sowohl ich als auch die Kinder gut erholt sind, startet der Nachmittag mit einem weiteren Snack für die Kinder, woraufhin auch alle einmal komplett umgezogen werden müssen. Den weiteren Nachmittag verbringe ich dann damit, mit den Kindern zu spielen und die Babys zu füttern. Um 17 Uhr endet schließlich mein Arbeitstag und für mich geht es meistens sehr zufrieden aber äußerst erschöpft nach Hause. Allerdings endet die Arbeit dann nicht für alle, da die ACJ für die Kinder noch länger geöffnet ist.
Das war’s jetzt erstmal von meiner Seite aus, ich hoffe euch hat der kleine Einblick in mein Leben hier in Costa Rica gefallen und ihr könnt euch nun ein besseres Bild von meiner Arbeit als Freiwillige machen!
Hasta pronto, Maya🇨🇷