classic.meets.costa-rica

„Wir bitten noch um ein klein wenig Geduld,“, bat André Klein, Vorsitzender des Arbeitskreises weltweit (CVJM Pfalz) am vergangenen Samstag die ca. 80 Besucher des Konzertes in der Otterberger Abteikirche. Warum diese Verzögerung? Man wartete noch auf zwei Ehrengäste aus Costa Rica, die aufgrund eines gecancelten Fluges verspätet in Frankfurt gelandet waren: Luis Chavarria, ehemaliger Generalsekretär des costa-ricanischen CVJM (ACJ) und seine Frau Miriam Baez, gleichzeitig stolze Eltern einer der beiden vortragenden Künstler.

Nach deren Eintreffen stellte Klein untermalt von sehr lebendigen Bildern das Projekt vor, das der CVJM Pfalz in Costa Rica – auch mit den Spenden dieses Abends – unterstützt: die Kindertagesstätte Ana Frank in Purral. Neben der finanziellen Unterstützung werden jährlich 1 -2 Volontäre zur Unterstützung der pädagogischen Arbeit entsandt. Großer Wert wird auf eine freundschaftliche, gelebte Partnerschaft und Begegnung gelegt. Es folgten Grußworte von Hans-Peter Spohn im Namen der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, die auch die Schirmherrschaft übernommen hatte, und eine Videobotschaft aus der costa-ricanischen Botschaft. Und dann ließen die beiden Künstler, die an diesem 28. Mai ohne Gage auftraten und für die gute Sache spielten, ihre Instrumente sprechen. Luis Andrés Chavarria Báez, studierter Musikwissenschaftler, zauberte an der Marimba und Isolda Lidegran, ihres Zeichens mehrfache Preisträgerin, entlockte ihrer Geige virtuose Klänge, spielte mit den Gefühlen der Zuhörer:innen.

Im ersten Teil kamen zunächst klassische Kompositionen von Francesco M. Veracini und Johann Sebastian Bach zum Vortrag. Dabei wurde bewiesen, dass die beiden Instrumente nicht nur solistisch überzeugen, sondern auch im Zusammenspiel perfekte Harmonie beweisen. Es folgte die „Tocatta für Marimbaphon“, komponiert von der 1968 in Warschau geborenen Anna Ignatowicz-Glinska. Bei diesem modernen Stück offenbarte Luis Andrés Chavarria Baez das erstaunliche Klangwunder seiner Marimba vom diffusen Rauschen bis hin zu ganz klaren Tönen. Kaum zu glauben, dass ein einziges Instrument eine solche Vielfalt entwickeln kann. Nach einem Werk des Tschechen J. Suk mit dem Titel „Un poco triste“ (spanisch: ein bisschen traurig) wurde das Publikum in die Pause geschickt. Vielleicht ein bisschen traurig über die Unterbrechung, aber auch mit Vorfreude auf das Kommende. Während der Pause sorgte KulturArt in bewährter Weise für das leibliche Wohl.

Zu Beginn des zweiten Teils überbrachte die Vorsitzende des CVJM Pfalz, Margit Obländer Zech Grüße. Luis Chavarria sprach im Namen der ACJ seinen Dank für viele Jahre wunderbarer Partnerschaft aus und überreichte ein von den Kindern der Kindertagesstätte Ana Frank gestaltetes Bild. Außerdem hatte er Kaffeeproben aus Costa Rica für alle Anwesenden im Gepäck. Im musikalischen Teil huldigten die beiden Künstler ihren jeweiligen Heimatländern mit einer indigenen Melodie und einer schwedischen Volksmusik. Es folgten zwei Stücke moderner Komponisten. Hier kam der ukrainische Myroslaw Skoryk zu Gehör. Den Abschluss bildete ein Stück des Argentiniers Astor Piazolla, dem die Entwicklung des Tango Nuevo zugeschrieben wird. Eine Art von Tango, der eher nicht mehr traditionell tanzbar sondern in erster Linie Musik zum Zuhören ist. So war der Titel auch „Histoire de Tango, Nightclub 1960“.

Im Programm hieß es „Was Holz alles kann …“. Dies stellten Chavarria und Lidegranmit ihren aus Holz gefertigten aber alles andere als hölzernen Instrumenten mehr als unter Beweis. Mit Standing Ovations endete ein Abend voller musikalischer Highlights. Und wie es ebenfalls im Programm versprochen wurde konnten die Besucher des Konzerts getragen von den wundschönen Melodien mit neuer Hoffnung in die Sommernacht hinausgehen.

Der CVJM Pfalz und die ACJ Costa Rica danken allen Gästen und Spendern für diesen gelungenen Abend. Wir freuen uns, wenn ihr das Projekt auch weiterhin unterstützt:

Hier Spenden!

3 Gedanken zu “classic.meets.costa-rica

  1. Ein sehr schöner musikalischer Abend! Kompliment an die Organisatoren und natürlich die Musiker. Die Interaktion der beiden Instrumente lud zum lauschen mit geschlossenen Augen ein und die gute Akustik in der Abteikirche trug zum wundervollen Klangerlebnis bei. Gerne wieder!

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