Unser Zwischenseminar

Montag, den 29.01.2018, 7:20 Uhr

Wir steigen aus unserem Uber vorm Busterminal Tracopa im Zentrum von San José aus. Trotz Wochenbeginn und Früher Stunde herrscht schon reger Betrieb.
Jetzt gilt es erstmal nach einem haufen westlich aussehender Personen ausschau zu halten. Da stehen die Chancen hoch, dass das unsere Seminargruppe ist.
Das gestaltet sich nicht sonderlich schwierig und so machen wir uns erstmal mit Andy, Irma und Tillman bekannt, die unser Seminar hier leiten werden, sowie mit den paar anderen Volis die wie wir schon etwas früher als verabredet da sind.

Mancher von euch wird jetzt vielleicht denken: Moment mal! Wieso kennen die denn die Leute nicht mit denen sie Seminar machen? Sind doch schließlich alle vom CVJM oder?

Nein! Im Gegensatz zu den anderen Freiwilligen des CVJM in Lateinamerika, die sich in Peru zum Zwischenseminar treffen, fahren die Costa Rica-Freiwilligen auf ein von Brot für die Welt organisiertes Seminar in Costa Rica. Außer Brot für die Welt und dem CVJM nahmen dort dieses Jahr auch Freiwillige der ev. Landeskirche Baden, des Berliner Missionswerks und Mission Eine Welt teil.

Auf der Busfahrt zu unserem Seminarort, einem indigenen Dorf im Süden Costa Ricas, machte man sich dann erstmal bei einer improvisierten SpeedDating-Rund bekannt. Nach einem Mittagessen in Buenos Aires und einer einstündigen Wanderung gelangten wir dann zu unserem Tagungsort im indigenen Territorium Salitre das den Bribri gehört, einem der acht indigenen Stämme Costa Ricas.

In den kommenden Tagen wurde viel reflektiert, wir lernten aus erster Hand über die indigene Kultur und gleichzeitig über unsere eigene und die des Einsatzlandes, spielten Werwolf, wanderten zu Sonnenauf- und Untergängen, lachten und spielten viel und hatten alles in allem eine sehr schöne Zeit bei der wir viele neue Freundschaften knüpfen konnten.

Den Abschluss unseres Seminars bildete dann ein Abend des kulturellen Austauschs mit den Bribri. Da ich hier auf dem Blog ja schonmal ein paar Worte zu solchen Veranstaltungen geschrieben habe, einen besseren Entwurf aber schuldig geblieben bin, möche ich auf diesen Punkt etwas näher eingehen:

Nach dem Abendessen versammelten wir uns alle zusammen mit den Bewohnern des Dorfes in unserem Seminarraum (eine hölzerne, mit Gras gedeckte Hütte ohne Wände; die braucht bei dem Wetter dort auch kein Mensch…) und zunächst begannen wir Deutschen mit unserem Programm.
Zur Einstimmung sangen wir zusammen das Lied „Heyho, spann den Wagen an“ im Kanon. Das Lied wäre eher nicht meine erste Wahl gewesen aber als altes Bauern- und Kinderlied hat es wohl durchaus seine Berechtigung (und als dreistimmiger Kanon klingt es auch echt nicht schlecht).
Als zweites brachten wir den Bribri die deutsche Kultur und das Land anhand einer Bilderreihe wieder. Es waren Bilder von Bier, Brot und bayrischer Tracht zu sehen aber natürlich auch Burgen, norddeutsches Flachland, pfälzische, ostdeutsche und norddeutsche Gerichte sowie Berge, Seen und Meere. Besonders beeindruchend fanden die Bribri natürlich die Bilder auf denen Schnee zu sehen war aber auch das Bild eines herbstlichen Mischwaldes.
Danach befassten wir uns mit Vorurteilen die uns in Costa Rica immer wieder entgegen gebracht werden. Damit dieses Thema nicht so langweilig ist, haben wir uns überlegt Alltagssituationen pantomimisch vorzuspielen was dann eingefroren und aus dem Off kommentiert wurde.
Diese Mischung aus Theater und ernsthaften Überlegungen zu Vorurteilen gegenüber Deutschen kam sehr gut an.
Gefolgt wurden die Theateraufführungen von einem Deutsch-Krashkurs bei denen die Bribri die grundlegendsten Begriffe wie „Hallo!“,“Wie geht es dir?“, und „Wie heißt du?“ lernten.
Nachdem dann auch noch ein klassisches deutsches Märchen der Gebrüder Grimm (Die Bremer Stadtmusikanten) erzählt wurde, was nicht nur die Kinder super fanden, schlossen wir unseren Teil des Abends mit einem zweiten Liedvortrag, diesmal das allbekannte Gute-Nacht-Lied „Der Mond ist aufgegangen“ ab.

Danach waren auch die Bribri dran, die uns zunächst traditionelle Tänze zeigten und uns später auch versuchten beizubringen, sowie mit einigen Liedvorträgen in ihrere Sprache den gesamten Abend abrundeten.

Das Programm stieß bei allen Beteiligten auf viel Zustimmung und war meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen, da es in meinen Augen ein ausgewogenes, möglichst vorurteilsfreies Bild von Deutschland zeichnete.

Am Samstag reisten wir dann alle zusammen wieder zurück nach San José wo wir uns verabschiedeten, aber hoffentlich nicht für allzu lange Zeit. Viele der neuen Bakannten wohnen und Arbeiten schließlich in San José und so hoffe ich, dass man sich bei Gelegenheit mal wieder sehen wird.

Daniel

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