Besuch von ganz weit weg

Warum sollte ich an einem Donnerstagmorgen während der Arbeitszeit um vier Uhr aufstehen? Klar, weil ich noch schnell zum Flughafen musste bevor ich um acht Uhr anfange zu arbeiten!

Zum Flughafen? Ja! Am 03. Mai morgens um halb 5 landete nämlich Michael, ein Freund mit dem ich auch schon einen Monat durch Malaysia und Singapur reiste, in San José. Natürlich wollte ich es mir nicht nehmen lassen ihn selbst vom Flughafen abzuholen, der frühen Uhrzeit zum trotz.

Zuhause angekommen, Michael sollte für die Zeit die wir zusammen in San José sein würden in unserem Gästezimmer schlafen, machten wir uns erstmal über den frischen Kaffee und das Frühstück her bevor ich dann auch schon los auf die Arbeit musste. Da Michael ohnehin hellwach war kam er gleich mit um meine Arbeitsstelle kennen zu lernen.
Die Kinder hießen ihn, trotz der fehlenden Sprachkenntnisse gleich sehr freundlich willkommen und so kam er nicht um die ein oder andere Partie Fußball auf dem Hof und ein paar Gesellschaftsspielerunden herum.

Am nächsten Nachmittag spannten Jeremias und ich ihn dann gleich beim Bau des neuen Nutzgartens der ACJ mit ein und zu dritt hatten wir schnell all die Erde dorthin geschaufelt wo sie hin sollte und den Garten für die Aussaat vorbereitet. Diese musste zwar dann leider doch noch eine Woche warten, nämlich bis nach unserem gemeinsamen einwöchigen Urlaub, aber sobald ich zurück in der Hauptstadt bin sähen wir mit den Kindern die ersten Pflanzen!

Samstags morgens begann dann unser einwöchiger Urlaub der uns in den Süden Costa Ricas führen würde.
Unsere erste Station dabei war in San Gerardo de Rivas, einem kleinen Bergdorf am Fuß des fast 4000m hohen Cerro Chirripó, des höchsten Bergs des Landes.
Dort übernachteten wir im meiner Meinung nach schönsten Hostel Costa Rica (zumindest wenn man dieser Erhebung die Hostels zugrunde legt, die ich bis jetzt besuchen durfte). Die „Casa Mariposa“ ist ein in den Fels gebautes, kleines, sehr rustikal eingerichtetes Hostel direkt am Eingang des Nationalparks und nicht weit vom Reserva Cloudbridge, einem privaten Nebelwaldreservat das vor allem zu Forschungszwecken genutzt wird.

 


Vor dort aus wanderten wir die anstrengenden ersten vier Kilometer des Hauptweges auf den Chrirripó hinauf um von dort durch den Nebelwald des Reserva Cloudbridge wieder abzusteigen. Abends unterhielten wir uns bei einer Tasse Kaffee mit Reina, die in Costa Rica lebende halb-mexikanische Amerikanerin arbeitet über die Wochenenden in der „Casa Mariposa“, jonglierten (bzw. in meinem Fall übten die Bälle länger als ein paar Sekunden in der Luft zu halten) und spielten Gitarre (Michael spielte Gitarre, mein Gitarrenspiel geht über zwei Akkorde und ein Lied noch nicht hinaus…).

 

Danach reisten wir weiter nach Altamira, einem 300 Einwohner zählenden Ort im äußersten Süden, nur 10km von der Grenze mit Panama entfernt. Dort arbeitet Katja, eine Volontärin von „Brot für die Welt“ die ich auf unserem Zwischenseminar kennen lernte, für die AsoProLA (Asociación de Productores La Amistad), eine von Kaffeebauern der Region gegründete Organisation die sich für faire Preise und nachhaltige Landwirtschaft einsetzt.
Von dort aus besuchten wir den Parque internacional La Amistad, den größten Nationalpark Zentralamerikas der sich über ca. 600.000 ha erstreckt und sich zur Hälfte in Costa Rica und zur Hälfte in Panama befindet.
Während unserer Wanderung zur auf 1900m gelegenen „Casa coca“ (wir starteten auf ca. 1000m) konnten wir unzählige Vögel wie zum Beispiel kleine, bunte, wild umherschwirrende Kolibris oder Tukane beobachten.

 

Die letzten Tage unseres Urlaubs verbrachten wir in der Bahía Drake auf der Osa Halbinsel. Dort wanderten wir am Strand entlang, wo wir wunderschöne hellrote Aras in den Bäumen über uns beobachten konnten, paddelten mit dem Kanu durch die Bucht und über den Drake-Fluss, wo Leguane in allen Größen und Farben unseren Weg kreuzten (unter anderem auch die übers Wasser rennende Jesus-Christus-Eidechse) und tauchten vor der Isla del caño, wo wir Schildkröten, Riffhaie und große Fischschwärme beobachten konnten.

 

Am Sonntag ging unsere Reise dann leider schon wieder zu Ende und wir mussten den Rückweg nach San José antreten. Michael reist nun alleine weiter weil ich wieder Arbeiten muss bleibt aber für insgesamt drei Wochen in Costa Rica, so dass wir auch noch einen weiteren Ausflug zusammen unternehmen können auf den ich mich schon jetzt sehr freue.

Liebe Grüße aus dem wunderschönen Costa Rica
Daniel

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