Das Zwischenseminar- Hälfte ist schon rum

Zur Hälfte unseres Freiwilligendienstes sind alle weltwärts-Freiwilligen dazu aufgerufen ein Seminar der Organisation zu besuchen, um die ersten sechs Monate des Dienstes zu reflektieren und einen Ausblick auf die folgenden zu geben. „Wie ist die Arbeit bisher gelaufen?“, „Wie habe ich mich eingelebt?“, „Was hat noch nicht so gut funktioniert?“ und „Was möchte ich ändern und noch erreichen?“, „Was erwartet mich nach meiner Rückkehr nach Deutschland?“. Das sind einige Leitfragen, die durch ein solches Zwischenseminar führen.

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Massagekreis darf nie fehlen

Mitte Februar ging es für Christine und mich morgens früh los. Unser Seminar wurde von der Organisation „Brot für die Welt“ geleitet und fand in Salitre, einem indigen Dorf der „Briprí“ im Süden Costa Ricas, statt. Wir waren ein wild zusammengewürfelter Haufen von unterschiedlichen Organisationen mit unterschiedlichen Einsatzstellen. Fast alle sind Freiwillige in Costa Rica, zwei kamen aber auch extra aus Kuba angereist. Im ersten Moment war ich etwas überfahren von den ganzen Deutschen plötzlich um mich herum und größtenteils kannten sie sich schon, aber relativ schnell habe ich gemerkt, dass eigentlich alle coole Leute sind und wir ja schließlich in der selben Situation stecken und ähnliche bzw. gleichen Erfahrungen gemacht haben. Schnell stellte sich auch ein Kennenlernritual ein: „Wie heißt du?“, „Was machst du?“, „Von welcher Organisation bist du?“ und oft auch „Wo wohnst du in Deutschland?“

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Traditionelles Maismehlen

Ein recht großer Punkt des Seminars war die kulturelle Begegnung mit den Briprí. So gab es angeregte Gespräche über die Geschichte und Kultur, die Religion und ihrem Gott Sibu, der niemand anderes ist als Jahweh, Gott oder Allah, aber auch über Probleme, die den Briprí gegenüberstehen (berufliche Zukunft oder medizinische Versorgung zum Beispiel). Sehr interessant war dazu auch die Führung durch den angrenzenden Wald, bei der uns viel über Heilpflanzen erklärt und uns gezeigt wurde, wie man mit einem Stein Mais zu Mehl verarbeitet. Zum Abschluss dieser Einheit, die sich wie ein roter Faden durch die ganze Woche gezogen hat, gab es einen kulturellen Abend, an dem wir Freiwilligen den Briprí Teile der deutschen Kultur näher brachten. Ein kleiner Kanon war der Einstieg zu unserer kleinen Bilderpräsentation Deutschlands, die mit theatrischen Einlagen einer Schneeballschlacht und Ostereiersuche aufgelockert wurde. Das Highlight der indigen Kinder war wohl das Topfschlagen, natürlich mit einer süßen Belohnung. Abgerundet haben wir das Programm mit dem Märchen „Rotkäppchen“, das vorgelesen und pantomimisch begleitet wurde (Ratet mal, wer das Rotkäppchen spielen durfte 😉). Im Gegenzug sangen die Indigen Lieder auf ihrer eigenen Sprache, untermalt mit Gitarre, Keyboard und Akkordeon, und tanzten dazu.

 

 

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Unsere Gruppe

In anderen Einheiten fertigten wir eine Stimmungskurve zu unserer Motivation an, sprachen in Kleingruppen über Themen wie Privatleben, Arbeit und Selbstentwicklung und stellten in kleinen Rollenspielen vor, was uns nach der Rückkehr nach Deutschland erwarten wird, aber auch welche Eindrücke wir bisher in Costa Rica gesammelt haben  zum Thema Privilegien, Rassismus, über die Ticos und wie sich unser Blick auf Deutschland schon verändert hat. Was natürlich nicht fehlen durfte die gegenseitige Vorstellung der Einsatzstellen mit Bildern und Videos. Zusammen schauten wir auch einen Film über die Ananas, eines der wichtigsten Exportprodukte Costa Ricas, und waren am Ende etwas sprachlos darüber, wie umweltschädlich der Anbau ist.

Abgerundet wurde das ganze Programm durch eine kleine Wanderung zum Sonnenauf- und -untergang, einer Abkühlung im nahegelegenen Fluss und leckerem Stockbrot. Nicht zu vergessen: das Essen! Jeden Tag wurde für uns dreimal täglich frisch gekocht und alles hat sooooo gut geschmeckt.

Insgesamt war die Woche für mich sehr spannend. Wir konnten viele neue Kontakte knüpfen, uns viel austauschen und haben viel über die indigene Bevölkerung Costa Ricas gelernt. Interessant war auch miterleben zu dürfen, wie eine andere Organisation ihr Seminare aufbaut, da dieses sich schon von denen des CVJMs unterschieden hat. Die Woche ging so schnell rum und war mit so vielen Eindrücken bestückt, dass ich die Hälfte, ohne meine abendlichen Notizen, wahrscheinlich wieder vergessen hätte!

Liebe Grüße und bis bald!

Mara

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