Meine ersten Arbeitswochen

Jetzt sind wir schon seit fast 4 Wochen in Costa Rica und seit Montag, 9. September 2019, bin ich für ein Monat bei den Preescolares. Das sind die Vorschulkinder im Alter zwischen 4 und 6 Jahren. Ich wollte auch zu dieser Gruppe und habe mich sehr gefreut, dass das für den ersten Monat jetzt geklappt hat. Es macht einfach total Spaß mit den Kindern Zeit zu verbringen und sie freuen sich auch immer, wenn man kommt.

Was ich in diesen ersten 3 Wochen wichtiges gelernt habe: Klopapier ist sehr sinnvoll. Also das Wichtigste wozu man es braucht ist ersteinmal um die Nase putzen zu können und eventuell die Rotze von der Kleidung der Kinder wegzubekommen. Dann kann man es auch gut verwenden, wenn allgemein sich ein Kind eingeschmiert hat. Aber auch wenn die Tische kurz von Spitzerresten oder Ähnlichem gesäubert werden müssen. Ach ja und ab und zu kann man es natürlich auch gebrauchen, wenn man mal aufs Klo muss 😀 Ich muss sagen ich find das echt cool, dass man Klopapier so vielseitig einsetzen kann 🙂

Mein Tagesablauf sieht ungefähr so aus: Morgens um 8 fang ich an und die ersten Kinder sind schon da. In unserem Gruppenraum spielen die Kinder mit Spielsachen oder malen erst einmal. Nach und nach kommen immer mehr Kinder. Irgendwann zwischen 8:30 Uhr und 9 Uhr kommen dann alle Gruppen zusammen und es wird die Nationalhymne Costa Ricas gesungen. Das find ich eigentlich ziemlich cool, dass das gemacht wird 🙂 Danach gehen wir wieder in unseren Gruppenraum und es folgen morgentliche Rituale. Dazu gehören unter anderem ein Gebet und ein bestimmtes Lied, wo ich den Text noch nicht kann 😀 Außerdem wird besprochen, welcher Wochentag heute ist, gestern war und morgen sein wird und das Wetter wird noch beschrieben. Diese Sachen werden dann auf Englisch an die Wand geklebt. Das versteh ich dann auch 😀 Aber auf Spanisch versteh ich es inzwischen auch 😉 Abschließend wird dann noch die Anwesenheit überprüft, wer heute früh alles da ist. Dazu bekommt jeder ein Schäfchen mit seinem Namen. Die Lehrerin singt dann „Is (Name des Kindes) in this class?“ und das Kind antwortet dann „Yes teacher, here I am“ und hängt sein Schäfchen auf. Das find ich ziemlich cool und hat mir auch geholfen die Namen zu lernen 😀 Nach diesen Ritualen folgt dann ein bisschen Programm. Oft werden zuerst ein paar Kinderlieder gesungen. Danach gibt es dann ein kleines Thema, worüber die Kinder dann etwas lernen. Das war jetzt z.B. die Bedeutung der Farben der Nationalflagge oder Informationen über Tiere in Costa Rica. Daraufhin gibt es dann einen kleinen Obstsnack, meistens eine Art Obstsalat. Den dürfen wir Mitarbeiter auch essen, aber da ich leider noch nicht so der Fan bin von den meisten Früchten hier, esse ich den Snack nicht mit. Danach gibt es dann etwas, womit das Thema vertieft wird. Oft wird zum Thema etwas ausgemalt. Aber es gibt auch mal Bastelaktionen oder ein Spiel dazu. Bevor es dann um 11:30 Uhr Mittagessen für die Kinder gibt, wird noch auf dem Spielplatz gespielt. Am beliebtesten ist dabei mit mir Fangen zu spielen 😀 Ich bin noch auf der Suche nach für mich vielleicht weniger anstrengenden Alternativen 😀

Nach dem Mittagessen gehen die Kinder erst einmal schlafen und ich in meine einstündige Mittagspause. Nach der Mittagspause schlafen die Kinder noch und ich habe die Möglichkeit mit den Kindern mitzuschlafen. Manchmal mach ich das auch 😉 Nach dem Mittagsschlaf gibt’s dann noch einmal eine Kleinigkeit zu essen für die Kinder und wir Mitarbeiter kriegen auch immer etwas ab. Mal gibt es ein bisschen Kuchen, mal eine Empanada und manchmal auch einfach ein paar Kekse und Milch 🙂 Danach wird dann wieder gemalt oder gespielt. Sowohl drinnen als auch draußen 😉 Und um 17 Uhr darf ich dann gehen. Ich bin meistens sehr müde, aber freue mich trotzdem die Kinder am nächsten Tag wieder sehen zu dürfen.

Dadurch, dass die Kinder morgens immer ein Thema haben, lerne ich auch immer ein bisschen etwas dazu. Vor allem weil sie viele Themen zu Costa Rica behandelt haben in den letzten Wochen 🙂 Dazu gehört auch, dass sie Orte in Costa Rica besprochen haben und da sind für mich auch ein paar Ausflusgziele dabei, wo ich gerne mal hinmöchte 😉 In meiner dritten Woche haben die Kinder auch Ausspracheübungen gemacht. Das war für mich natürlich auch sehr praktisch. Denn zum einen habe ich neue Wörter kennengelernt und zum anderen meine Aussprache verbessern können. Aber das „rr“ kann ich immer noch nicht rollen 😀 In meiner ersten Woche habe ich auch viel bei den Bildern mitgemalt, weil ich Lust hatte mal wieder ein bisschen zu malen. Aber diese Motivation ist schon wieder ein bisschen gesunken 😀

Mit dem Spanisch klappt es auf der Arbeit auch schon ein bisschen besser. Zwar muss ich manchmal dreimal nachfragen bis ich etwas verstanden habe, aber es wird besser 😀 Die Kinder zu verstehen ist noch einmal ein Tick schwieriger als die Erwachsenen und dann hoffe ich manchmal einfach, dass es reicht wenn ich ein einfaches „sí“ antworte. Wenn es nicht reicht, machen die Kinder mir das auch deutlich 😀 Oft sag ich dann auch einfach „No sé!“ (bedeutet „Ich weiß nicht“) und dann versuchen die Kinder mir noch einmal und noch einmal zu sagen, bis ich es halbwegs verstanden habe 😀 Und wenn ichs gar nicht verstehe, versuchen sie es oft durch Gestik oder durch Vormachen, mir zu zeigen was ich machen soll 😀 Aber ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie doch relativ nachgiebig sind und mir weiterhelfen 🙂

Liebe Grüße aus Costa Rica und bis bald

Eure Annika

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