Neuer Monat, neue Gruppe

Im November habe ich die dritte Gruppe, die Maternales (Alter: 2 ½ – 4 Jahre), hier im Zentrum Infantil Ana Frank näher kennengelernt und damit auch die Letzte. Denn bei den Schulkindern, die Gruppe, die noch fehlen würde, brauchen sie die Hilfe von uns Freiwilligen nicht so dringend. 

Die Zeit bei den Maternales war und ist sehr schön, aber auch anstrengend. Warum sie das noch ist, erzähle ich später. Erst einmal ging die Arbeit für mich damit los, dass ich einen Tag in der Gruppe war und dann wieder krank wurde. Dieses Mal lag ich eine ganze Woche flach und musste auch wieder ins Krankenhaus. Aber jetzt geht es mir wieder sehr gut und ich hoffe das bleibt jetzt auch mal so. 

Aber am ersten Tag haben sich alle Kinder mir vorgestellt, damit ich die Namen schneller lerne und es hat auch geholfen 😉 Nachdem ich aus meiner Zwangspause kam, konnte ich die Namen noch relativ gut und jetzt klappt es fast ohne Probleme 😀 Es gibt hier in den Gruppen sehr viele Geschwisterkinder und da sag ich manchmal aus Versehen den Namen eines Geschwisterkindes 😀

Nun zum Ablauf, wie mein Alltag so aussieht:

Morgens kommen die Kinder an und ich hole sie am Eingang ab und gehe mit ihnen dann ins Gruppenzimmer. Dort spielen sie, wie die anderen Gruppen auch, bis so um 9 Uhr. Danach wird aufgeräumt, was auch manchmal ne Weile dauern kann 😀 Nach dem Aufräumen sitzen die Kinder dann um Tische und es beginnt ein kleines Morgenritual. Dabei unterhält sich die Lehrerin mit den Kindern und fragt wie es ihnen geht, ob sie heute schon geduscht haben oder wie das Wochenende so war. Es beginnt dann auch immer das große Rätselraten welcher Wochentag denn heute sei. Irgendwann weiß es ein Kind oder rät es richtig. Danach wird dann noch ein Gebet für den Tag gesprochen bzw. gesungen. Beim Thema Singen fällt mir grade noch ein, dass mir aufgefallen ist, dass es hier ziemlich viele Lieder auf die Melodie von „Bruder Jakob“ gibt 😀

Daraufhin müssen die Hände der Kinder gewaschen werden für das Obst und das kann, wenn alle 19 Kinder da sind, auch mal eine Viertelstunde dauern 😀 Das Obst esse ich inzwischen auch immer mit und es schmeckt meistens echt gut.

Danach sieht die Zeit bis zum Mittagessen immer anders aus. Manchmal basteln die Kinder oder malen. Manchmal spielen sie einfach mit den Spielsachen oder wir gehen auf den Sportplatz und spielen da. Oder es gibt ein paar Wettkampfspiele. Jeden Tag ist es anders und ich bin immer gespannt, was wir heute machen. Wenn wir basteln ist das immer ganz cool für mich, weil die Kinder noch nicht so viel selber machen können, und ich dann die Sachen fertig bastle und das macht echt Spaß. 

Nach den Aktionen am Morgen, gibt es dann um 11 Uhr Mittagessen. Dabei haben manche Kinder nicht so viel Lust zu essen und wir müssen sie noch füttern. Danach habe ich dann eine Stunde Mittagspause. Wenn ich aus der Pause zurückkomme, schlafen die Kinder im besten Fall. Denn ich bin dann eine halbe Stunde alleine mit den Kindern und es ist einfacher, wenn sie alle schlafen 😀 Meistens ist das auch so oder ein bis zwei Kinder sind noch wach. Aber denen helf ich dann einfach beim Einschlafen. Aber es gab auch Tage, an denen 4-5 Kinder wach waren, und das war dann schon schwieriger, da sie mich nicht als Autoritätsperson angesehen haben und viel geredet haben und andere Kinder zum Teil dann auch geweckt haben. Da war ich dann froh, wenn die halbe Stunde vorbei war. Aber im Notfall könnte ich auch immer jemanden holen, der mir hilft, wenn es gar nicht klappt.

Die Kinder schlafen ca. bis 14:15 Uhr und danach gibt es wie in jeder Gruppe wieder Merienda, also nen kleinen Snack. Nachmittags wird dann wieder viel gespielt und auch mal getanzt 🙂 Währenddessen werden die Kinder nach und nach abgeholt. So wie ich die Kinder morgens in den Gruppenraum gebracht habe, bringe ich sie abends auch wieder zu den Eltern. Dafür wird vorher im Raum angerufen und der Name gesagt. Manchmal ist das echt schwierig zu verstehen. V.a. wenn der Name Leah oder Liam fällt. Die Namen werden hier sehr ähnlich ausgesprochen (Leah spricht man Lia) und außerdem haben wir zwei Liams in der Gruppe. Da ich oft vergesse direkt nachzufragen, wer gemeint ist, muss ich nochmal zurückrufen und nachfragen. Aber manchmal kommt es dann auch vor, dass der Name von einer anderen Gruppe genannt wird, weil die falsche Nummer erwischt wurde. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ich denk schnell genug nach und schaffe es zu sagen, dass es die falsche Aula ist oder ich denk nicht schnell genug nach und lauf dann in die andere Aula und sag Bescheid.

Soviel dazu wie mein Alltag aussieht. Mein Spanisch ist in den ersten 3 Monaten auch schon so viel besser geworden, dass ich die Kinder viel besser verstehe und ich ihnen auch mehr sagen kann. Auch wenn es manchmal noch schwierig ist. Aber ich bin zuversichtlich, dass es jetzt in den letzten Wochen des Jahres in dieser Gruppe noch besser wird mit dem Spanisch. Denn wir haben jetzt im Dezember die Gruppen nicht gewechselt und bleiben für die Weihnachtszeit in der Gruppe. Das ist echt schön, weil ich mich gerade an die Gruppe gewöhnt habe und mir ja auch eine Woche fehlt 😀 Trotzdem freue ich mich, wenn ich im neuen Jahr dann wahrscheinlich wieder bei den Vorschulkindern bin, weil ich die noch ein Tick lieber habe als die Maternales. Die fangen nicht ständig an zu weinen und die kann ich noch besser verstehen 😀 

Bei den Maternales habe ich das erste Mal etwas gebastelt mit einer Gruppe hier in Costa Rica. Wir haben kleine Partyhüte gebastelt. Also eher gesagt die Kinder haben einen Kreis ausgemalt und ich habe daraus einen Hut gemacht 😀 Aber das hat echt gut funktioniert. Die Hüte konnten dann 2 Tage später gleich benutzt werden. Denn am 27. November war mein Geburtstag und wir konnten zusammen ein bisschen feiern. Die Kinder haben mir alle kleine Bilder gemalt und die Lehrerin hat die dann zusammen geklebt. Nachdem die Kinder mir zum Geburtstag gesungen haben, haben sie mir das Geschenk, die Bilder, überreicht. Das hat mich sehr gefreut. Nachmittags hab ich dann auch einen Kuchen von der ACJ bekommen und mit den Kindern und Mitarbeitern geteilt. Ich habe mich sehr über den Kuchen, der ein Apfelkuchen war, gefreut. In Deutschland gibts an meinem Geburtstag auch immer Apfelkuchen und dieser Zufall hat mich sehr gefreut 🙂 Abgerundet wurde der Tag mit einer schönen Überraschungsfeier mit Piñata 🙂 

Inzwischen ist hier wirklich überall Weihnachtsstimmung und alles ist geschmückt. Die Weihnachtsstimmung ging aber tatsächlich schon los als ich in der Gruppe angefangen habe. Denn alles wurde nach und nach dekoriert und es wurden Tänze einstudiert für die erste Weihnachtsfeier. Aber dazu mehr im neuen Jahr in einem neuen Blogbeitrag.

Ich wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit und liebe Grüße aus dem weihnachtlichen Costa Rica

Eure Annika

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